Wir über uns
Mit diesen Zeilen möchten wir uns Ihnen vorstellen und Sie über unsere
Arbeit und Aufgaben informieren.
Aus der im Frühjahr 1992 durch Arthur und Horst Schulz ins Leben gerufenen Aktionsgruppe „Hilfe für Tschernobyl Kinder in Mogilew" wurde an 27. Februar 1993 der Verein „Hilfe für Tschernobyl – geschädigte Kinder e.V." gegründet. Er ist als gemeinnütziger Verein im Vereinsregister beim Amtsgericht Brühl eingetragen.
Seit der Explosion am 26. April 1986 im ukrainischen Atomkraftwerk von Tschernobyl sind mehr als zwei Jahrzehnte vergangen. Im benachbarten Weißrussland wurden rund 70% des Gebietes verstrahlt. Ein Schwerpunkt stellt das Gebiet Mogilew und Umgebung dar. Die Bevölkerung dieser Gebiete wird noch weitere Jahrzehnte die Folgen des Unglücks zu tragen haben. Die Situation ist deshalb so bedrohlich, weil die Gefahren nicht sichtbar sind und die Regierung kein Geld hat, das Übel an der Wurzel zu packen.
Die Endokrinologin Dr. Lena Klotschkowa aus Mogilew berichtet, dass nach der Reaktor- katastrophe von Tschernobyl 1986 die Häufigkeit des Schilddrüsenkrebses deutlich angestiegen ist. Besonders betroffen sind dabei die Kinder. Vier Jahre nach der Katastrophe wurde der abrupte Anstieg des Schilddrüsenkrebses bei Kindern festgestellt. Diese Zahl steigt auch heute noch stetig. Experten sind der Meinung, dass der Anstieg des Schilddrüsenkrebses auch in den nächsten 10 Jahren noch zu beobachten sein wird. Erst danach rechnet man mit einem leichten Rückgang.
Neben dem Schilddrüsenkrebs sind eine Reihe weiterer Krankheitsbilder zu verzeichnen, z.B. werden gerade in letzter Zeit vermehrt Missbildungen an Organen und Extremitäten bei Neugeborenen, als Folge von Erbgutschädigungen durch die Strahlung, festgestellt.
Ein sehr großes Problem in Weißrussland ist die Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln. Wegen der enormen wirtschaftlichen Dauerkrise können die staatlichen Institutionen die erforderlichen Medikamente nicht bereitstellen. Darüber hinaus sind viele der Erkrankten nicht in der Lage, die nötigen Arzneien zu kaufen, weil sie sehr teuer sind (im Vergleich zu den Löhnen).
Den Krankenhäusern fehlt häufig die Minimalausstattung an modernen Diagnose- und Therapiegeräten zur frühzeitigen Erkennung und wirksamen Bekämpfung der Krankheiten. Ebenso sind Hygiene- und Pflegematerial absolute Mangelware.
Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss psychischen Dauerstresses: Ständig lebt die Bevölkerung in einem Gefühl der Bedrohung. Die Nahrung die sie isst und trinkt kann die Gesundheit gefährden.
Vor diesem Hintergrund sehen wir in der Hilfe für Tschernobyl – geschädigte Kinder unsere wichtigste Aufgabe. Leiden und Not dieser Kinder zu lindern ist uns Ziel und Verpflichtung zugleich!